GRÜNHEIDE. Immer wieder ist zu lesen, der Regimekritiker Robert Havemann sei im Werlsee geschwommen. Unter den Augen seiner Bewacher von der Staatssicherheit, die sogar hinterherschwimmen mussten. Unklar ist, ob das stimmt. Denn Havemann lebte am Ufer des Möllensees. Zwischen Werl- und Möllensee erstreckt sich noch ein Gewässer, der Peetzsee. Alle drei Seen liegen in Grünheide (Oder-Spree). Sie sind durch Kanäle miteinander verbunden - und eignen sich wundervoll zum Baden.
Der beliebteste der drei Seen ist vermutlich der 68 Hektar große Werlsee. Er ist längst schon kein Geheimtipp mehr für die badefreudigen Berliner. Aus den östlichen Bezirken der Hauptstadt sind es gerade mal 30 Minuten Autofahrt bis an das Gewässer. Die halbe Stunde nimmt Guido Köppen aus Lichtenberg gerne in Kauf - täglich. Der 41-Jährige ist Wassersportcoach. Seit zwei Jahren betreibt er am Werlsee eine Bootsschule. "Hier stimmt alles", sagt er.
Da ist die kleine Insel im See: der Lindwall. Perfekt für Segel-Anfänger. "Die Insel nimmt dem Wind die Puste, der vielleicht mal über den See zieht", sagt Köppen. Und die nahe gelegene Löcknitz bietet sich geradezu an für den praktischen Teil der Motorboot-Ausbildung. "In dem Kanal kann ich viel besser das Manövrieren zeigen. Schnell über einen See fahren, kann schließlich jeder."
Zudem ist die Wasserqualität sehr gut. "Das Wasser ist im Hochsommer viel sauberer als beispielsweise im Müggelsee", sagt Köppen. Es gebe bei Hitze keine so starke Algenbildung. Gut sei, dass man nicht ewig in den See hineinlaufen müsse, um schwimmen zu können. Ganz schnell werde es tief.
Es gibt zwei Badestellen am Werlsee. Am Nord- und am Südufer. Der Südstrand, im Ortsteil Fangschleuse gelegen, ist eher etwas für Familien. Hier gibt es ein Klettergerüst auf der riesigen abschüssigen Liegewiese. "Das Wasser dort dürfte jetzt schon eine Temperatur von 22 Grad haben", sagt Wilfried Ketzer vom Tourismusverein. Der Parkplatz ist neu gestaltet. In der Woche ist das Parken oftmals frei. "Der Betreiber des Imbisses darf aber Parkgebühren nehmen, dafür hält er den Strand sauber", sagt Ketzer.
Der Imbiss liegt oberhalb des Strandes - ein Asia-Bistro, das im Sommer abends bis 20 Uhr geöffnet hat. Es gibt dort beispielsweise gebratene Nudeln mit Hühnerfleisch für 3,50 Euro, Bock- und Currywurst für 1,50 Euro. Getränke sind ab einem Euro zu haben.
Der Nordstrand liegt direkt in Grünheide, im Landschaftsschutzgebiet. Etwa 50 Parkplätze stehen zur Verfügung. Auch hier gibt es einen Imbiss. Die Liegewiese zeigt nach Süden, hat also viel Sonne zu bieten. Der Strand ist eher etwas für Sportliche - es gibt zwei Volleyballfelder. Vor einem Jahr hat die Gemeinde an beiden Badestränden Toiletten gebaut.
An Robert Havemann, der bis 1979 in Grünheide unter Hausarrest stand und der drei Jahre später starb, erinnert das Klubhaus. Es trägt seinen Namen. In dem Gebäude befindet sich unter anderem die Heimatstube, in der die Geschichte Grünheides dokumentiert ist. Havemann wurde auf dem Waldfriedhof der Gemeinde beerdigt. Ein Feldstein steht auf seinem Grab.
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Mit dem Paddelboot nach Erkner
Anfahrt: Zu erreichen ist der Werlsee über den östlichen Berliner Ring, Abfahrt Erkner. Oder mit der Regionalbahn RE1 bis Fangschleuse. Der Bahnhof ist etwa 1,5 Kilometer vom See entfernt.
Reederei Kutzker: Die Reederei bietet Schiffsfahrten an. Darunter von Köpenick nach Grünheide und zurück. Diese Fahrt kostet hin und zurück 15 Euro. Fahrplaninfos unter Tel. 033 62/6251, im Internet: www.reederei-kutzker.de
Bootsschule: Sie befindet sich im Bootshaus am Werlsee, Erlenstr. 7-8 in 15537 Grünheide/OT Fangschleuse. Hier können Sportbootführerscheine gemacht und Schnupperkurse belegt werden. Tel. 033 62/88 828 5. Internet: www.bootsschule-werlsee.de
Kanu: Von Hangelsberg nach Erkner. Einstieg ist im Prijon-Paddel-Park, Bahnhofstr. 1 in Grünheide/OT Hangelsberg. Die 26-Kilometer-Tour dauert für Ungeübte fünf Stunden. Boote müssen zwei Tage zuvor beim Kanu-Verleih in Erkner unter Tel. 033 62/50 23 16 gebucht werden. Ein Zweier-Kajak z. B. kostet 19,90 Euro/Person. Internet: www.kanu-spree.de
Robert-Havemann-Klubhaus: An der Alten Schule 2 befindet sich die Heimatstube mit einer Ausstellung zur Geschichte des Ortes. Sie ist Di-So von 14-16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Klein-Wall: In der Forellenzuchtanlage kommen Angelfreunde auf ihre Kosten - ohne Fischereischein, aber mit einer Tageskarte. Beim Nachtangeln kann man für 30 Euro so viele Fische fangen, wie man will. Nächster Termin 28./29. Juni. Anmeldung notwendig, Tel. 033 632/210. Internet: www.klein-wall.de
Heimatmuseum: Im alten Schulgebäude im Ortsteil Mönchwinkel, Spreeauer Str. 32, sind über 2 500 Ausstellungsstücke zu sehen. Geöffnet Di u. Do 10-14 Uhr, So 13-15 Uhr. Erwachsene 1,50 Euro, Kinder 0,50 Euro.
Gasthaus "Am Werlsee": Das Gasthaus in der Eichenallee 9 in 15537 Grünheide/OT Fangschleuse ist tägl. von 11.30 bis mind. 20 Uhr geöffnet. Es bietet märkische Kost. Tel. 033 62/50 36 04. Internet: www.gasthaus-am-werlsee.de
"Am Peetzsee": Das Lokal mit regionaler Küche in der Karl-Marx-Str. 9 in 15517 Grünheide liegt am Wasser. Geöffnet tägl. von 11 bis 21 Uhr. Tel. 033 62/88 45 70. Internet: www.hotelampeetzsee.de
"Seegarten": Das Hotel und Restaurant liegt Am Schlangenluch 12 in 15537 Grünheide. Geöffnet tägl. von 6 bis 22 Uhr, ab 12 Uhr Mittagstisch. Es gibt deutsche Küche. Tel. 033 62/79 600. Internet: www.hotelseegarten.de
"Karma am See": Deutsche und mediterrane Küche gibt es in der Karl-Marx-Str. 5 in 15517 Grünheide. Geöffnet tägl. von 11.30 bis 22 Uhr. Tel. 033 62/88 76 25.
"Zum Hangelwirt": Das Lokal mit Terrassenplätzen liegt am Bahnhof Hangelsberg. Auf der Karte stehen Wild- und Fischgerichte. Geöffnet täglich, außer dienstags, von 11 bis mind. 20.30 Uhr. Tel. 033 632/59 080.